Die Darstellung der Dellenbahn

("Dellenbanan")

 

Die Einweihung der Teilstrecken:

  • 1860 Hudiksvall-Forsa
  • 1874 Hudiksvall-Näsviken
  • 1887 Ljusdal-Delsbo
  • 1888 Ljusdal-Hudiksvall

 

 


Foto: Arne Forsberg

Die Dellenbahn
Die Dellenbahn ist eine 61 Km lange Eisenbahnlinie mit elektrischer Oberleitung. Die Linie liegt in der Landschaft "Hälsingland", etwa 300 Kilometer nördlich Stockholms. Sie verbindet die Orte "Ljusdal" im Inland mit "Hudiksvall" an der Küste. Die Schienen folgen der Strandlinie vom südlichen "Dellensee" - einem See, der zufolge eines Meteoriteneinschlages vor 90 Millionen Jahren gebildet wurde; - daher der Name. Der Verkehr auf der "Dellenbahn" ist seit einigen Jahren stillgelegt; aber die Vereinigung "Dellenbanans Vänner" (Die Freunde der Dellenbahn) arbeitet für die Wiederauferstehung der Strecke als Museumseisenbahn.

Eine elektrifizierte Museumseisenbahn
Es gibt in Europa viele Museumseisenbahnen, aber nur wenige mit elektrischer Oberleitung.

Viele elektrisch betriebene Fahrzeuge aus der langen industriehistorischen Geschichte Schwedens - von "ASEA" bis "Adtranz" - können heute nicht mehr im Betrieb gezeigt werden, da sie das Stammnetz nicht mehr befahren dürfen. Durch das Sammeln einiger dieser Fahrzeuge - und deren Anwendung im Betrieb - könnte die "Dellenbahn" eine elektrifizierte Museumseisenbahn werden.

Da die elektrische Oberleitung ja kein Hindernis für den Verkehr mit Diesel- oder Dampflokomotiven ist, könnte man auch eine vollständige Entwicklungsgeschichte der Eisenbahn - von Dampfzug bis zum modernen Schnellzug - zeigen...

Die Bahnanlagen mit den Gebäuden, dem Miljö und den technischen Systemen ist ein gutes Beispiel für eine typische schwedische Eisenbahnlinie aus der Mitte des 20. Jahrhunderts; und als solche sehr erhaltenswert. Aus diesem Grund hat das schwedische Reichsamt zur Erhaltung alter Bauwerke und Kulturgüter ("Riksantikvarieämbetet"), mit der Unterstützung von u.a. des "Technischen Museums", des Eisenbahnmuseums und der Königlichen Technischen Hochschule; die Bahn als Anlage von Reichsinteresse beurteilt und vorgeschlagen, die Bahn unter Denkmalsschutz zu stellen.

Der historische Hintergrund
Um 1850 begann man mit dem Bau eines Kanals zur Verbindung der Dellenseen mit der Ostsee. Der Grund für den Kanalbau war hauptsächlich der steigende Transportbedarf der Hochöfen, die in dem Gebiet in der Nähe des westlichen Strandes des Norddellensees betrieben wurden. Das Eisenerz wurde zu dieser Zeit auf Ochsenkarren von den Häfen an der Küste an den östlichen Strand des Norddellen; und von da auf kleinen Schuten über den See transportiert . Der Transport des fertigen Stangeneisens geschah in umgekehrter Richtung. Der Kanal sollte den natürlichen Wasserwegen folgen und in Iggesund in die Ostsee münden. Die Stadt Hudiksvall - eine halbe Meile (5 Km ) nördlich von Iggesund - hätte dadurch einen grossen Nachteil gehabt und an Bedeutung gegenüber Iggesund verloren; um dies zu verhindern, beschlossen die Bürger eine Eisenbahn mit Hudiksvall als Ausgangspunkt anzulegen. Die Eisenbahn schnitt dem Kanal bei der Kirche in Forsa den Weg ab; und der Kanalbau erreichte niemals die Ostsee. Der neue Transportweg wurde 1860 eingeweiht und konnte sich rühmen die nördlichste Eisenbahnlinie der Welt zu sein.

1880 erreichte der Bau der nördlichen Stammbahn Ljusdal. Einige Jahre später beschloss der Reichstag auch eine Staatsbahn von Ljusdal nach Hudiksvall zu bauen. Die schmalspurige Privatbahn wurde eingelöst und auf normale Spurweite umgebaut. Im August 1888 konnte die neue Eisenbahnlinie in ganzer Länge eingeweiht werden.

Eine Rettungsaktion
Wie viele andere sogenannte "verkehrsschwache Bahnteile", war auch die Dellenbahn um 1980 von der Stillegung bedroht.

Als die staatliche schwedische Eisenbahngesellschaft 1985 den Personenverkehr niederlegte, war es offenkundig; dass auch der Güterverkehr dem Ende zuging. Eine Gruppe Privatpersonen gründete zu dieser Zeit die "Eisenbahnvereinigung Freunde der Dellenbahn" (Järnvägsföreningen Dellenbanans Vänner). Die Absicht war nicht nur die Eisenbahn zu erhalten, sondern sie zu einer "lebenden und tragfähigen Eisenbahn" mit modernem Güter- und Personenverkehr zu machen.

Wir nahmen einen Bankkredit auf und kauften ein paar ältere Triebwagen-Züge, mit denen wir dann im Touristen- und Charterverkehr fuhren.

1986 wurde der Güterverkehr von der staatlichen Eisenbahngesellschaft (SJ = Statens Järnvägar) niedergelegt - und 1987 wurde jeglicher Verkehr auf der Bahnanlage verboten.

1988 nahmen wir neue Bankkredite auf und liessen die Bahn auf unsere Kosten instandsetzen. Wir konnten dadurch die Bahn zum 100-jährigen Jubiläum noch einmal in den Verkehr nehmen.

1989 wurde der Verkehr auf der Bahn wieder verboten, um einige Jahre später von dem staatlichen Eigentümer der Bahnanlage (Banverket) stillgelegt zu werden.

Die "Freunde der Dellenbahn" jedoch sind aktiver als je zuvor...

Der verkehrspolitische Reichstagsbeschluss von 1988 gab wesentlich bessere Möglichkeiten für den Betrieb von Bahnen wie z.B. der Dellenbahn. Wir arbeiteten da den Vorschlag vom "Sundsvall-Pendel" aus - eine regionale Eisenbahnlinie Ljusdal - Hudiksvall - Sundsvall.

Zu gleicher Zeit wurde uns bewusst, dass die Dellenbahn einen grossen kulturhistorischen Wert haben könnte, wenn man daraus eine elektrifizierte Museumsbahn machte. Das Provinzialmuseum in Gävle erarbeitete eine Studie und bestätigte den kulturhistorischen Wert der Bahn. Wir präsentierten einen neuen Vorschlag zur Wiederaufnahme des Verkehrs und arbeiten nun mit ganzer Kraft für diese neue Version.

Wir rechnen damit, die Bahn in den nächsten Jahren soweit rüsten zu können, um den Verkehr auf einem Teilstück mit Ausgangspunkt von Delsbo zu betreiben.

Unter 2001 beabsichtigen wir eine Eisenbahnwoche mit internationaler Teilnahme zu veranstalten.

 


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