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Die Dellenbahn ist eine 61 Km lange Eisenbahnlinie mit elektrischer
Oberleitung. Die Linie liegt in der Landschaft
"Hälsingland", etwa 300 Kilometer nördlich Stockholms. Sie
verbindet die Orte "Ljusdal" im Inland mit
"Hudiksvall" an der Küste. Die Schienen folgen der
Strandlinie vom südlichen "Dellensee" - einem See, der
zufolge eines Meteoriteneinschlages vor 90 Millionen Jahren gebildet
wurde; - daher der Name. Der Verkehr auf der "Dellenbahn"
ist seit einigen Jahren stillgelegt; aber die Vereinigung
"Dellenbanans Vänner" (Die Freunde der Dellenbahn) arbeitet
für die Wiederauferstehung der Strecke als Museumseisenbahn.
Eine elektrifizierte Museumseisenbahn
Es gibt in Europa viele Museumseisenbahnen, aber nur wenige
mit elektrischer Oberleitung.
Viele elektrisch betriebene Fahrzeuge aus der langen
industriehistorischen Geschichte Schwedens - von "ASEA" bis
"Adtranz" - können heute nicht mehr im Betrieb gezeigt
werden, da sie das Stammnetz nicht mehr befahren dürfen. Durch das
Sammeln einiger dieser Fahrzeuge - und deren Anwendung im Betrieb -
könnte die "Dellenbahn" eine elektrifizierte
Museumseisenbahn werden.
Da die elektrische Oberleitung ja kein Hindernis für den Verkehr
mit Diesel- oder Dampflokomotiven ist, könnte man auch eine
vollständige Entwicklungsgeschichte der Eisenbahn - von Dampfzug bis
zum modernen Schnellzug - zeigen...
Die Bahnanlagen mit den Gebäuden, dem Miljö und den technischen
Systemen ist ein gutes Beispiel für eine typische schwedische
Eisenbahnlinie aus der Mitte des 20. Jahrhunderts; und als solche sehr
erhaltenswert. Aus diesem Grund hat das schwedische Reichsamt zur
Erhaltung alter Bauwerke und Kulturgüter
("Riksantikvarieämbetet"), mit der Unterstützung von u.a.
des "Technischen Museums", des Eisenbahnmuseums und der
Königlichen Technischen Hochschule; die Bahn als Anlage von
Reichsinteresse beurteilt und vorgeschlagen, die Bahn unter
Denkmalsschutz zu stellen.
Der historische Hintergrund
Um 1850 begann man mit dem Bau eines Kanals zur Verbindung der
Dellenseen mit der Ostsee. Der Grund für den Kanalbau war
hauptsächlich der steigende Transportbedarf der Hochöfen, die in dem
Gebiet in der Nähe des westlichen Strandes des Norddellensees
betrieben wurden. Das Eisenerz wurde zu dieser Zeit auf Ochsenkarren
von den Häfen an der Küste an den östlichen Strand des
Norddellen;
und von da auf kleinen Schuten über den See transportiert . Der
Transport des fertigen Stangeneisens geschah in umgekehrter Richtung.
Der Kanal sollte den natürlichen Wasserwegen folgen und in Iggesund
in die Ostsee münden. Die Stadt Hudiksvall - eine halbe Meile (5 Km )
nördlich von Iggesund - hätte dadurch einen grossen Nachteil gehabt
und an Bedeutung gegenüber Iggesund verloren; um dies zu verhindern,
beschlossen die Bürger eine Eisenbahn mit Hudiksvall als
Ausgangspunkt anzulegen. Die Eisenbahn schnitt dem Kanal bei der
Kirche in Forsa den Weg ab; und der Kanalbau erreichte niemals die
Ostsee. Der neue Transportweg wurde 1860 eingeweiht und konnte sich
rühmen die nördlichste Eisenbahnlinie der Welt zu sein.
1880 erreichte der Bau der nördlichen Stammbahn Ljusdal. Einige
Jahre später beschloss der Reichstag auch eine Staatsbahn von Ljusdal
nach Hudiksvall zu bauen. Die schmalspurige Privatbahn wurde
eingelöst und auf normale Spurweite umgebaut. Im August 1888 konnte
die neue Eisenbahnlinie in ganzer Länge eingeweiht werden.
Eine Rettungsaktion
Wie viele andere sogenannte "verkehrsschwache Bahnteile",
war auch die Dellenbahn um 1980 von der Stillegung bedroht.
Als die staatliche schwedische Eisenbahngesellschaft 1985 den
Personenverkehr niederlegte, war es offenkundig; dass auch der
Güterverkehr dem Ende zuging. Eine Gruppe Privatpersonen gründete zu
dieser Zeit die "Eisenbahnvereinigung Freunde der Dellenbahn"
(Järnvägsföreningen Dellenbanans Vänner). Die Absicht war nicht
nur die Eisenbahn zu erhalten, sondern sie zu einer "lebenden und
tragfähigen Eisenbahn" mit modernem Güter- und Personenverkehr
zu machen.
Wir nahmen einen Bankkredit auf und kauften ein paar ältere
Triebwagen-Züge, mit denen wir dann im Touristen- und Charterverkehr
fuhren.
1986 wurde der Güterverkehr von der staatlichen
Eisenbahngesellschaft (SJ = Statens Järnvägar) niedergelegt - und
1987 wurde jeglicher Verkehr auf der Bahnanlage verboten.
1988 nahmen wir neue Bankkredite auf und liessen die Bahn auf
unsere Kosten instandsetzen. Wir konnten dadurch die Bahn zum
100-jährigen Jubiläum noch einmal in den Verkehr nehmen.
1989 wurde der Verkehr auf der Bahn wieder verboten, um einige
Jahre später von dem staatlichen Eigentümer der Bahnanlage
(Banverket) stillgelegt zu werden.
Die "Freunde der Dellenbahn" jedoch sind aktiver als je
zuvor...
Der verkehrspolitische Reichstagsbeschluss von 1988 gab wesentlich
bessere Möglichkeiten für den Betrieb von Bahnen wie z.B. der
Dellenbahn. Wir arbeiteten da den Vorschlag vom "Sundsvall-Pendel"
aus - eine regionale Eisenbahnlinie Ljusdal - Hudiksvall - Sundsvall.
Zu gleicher Zeit wurde uns bewusst, dass die Dellenbahn einen
grossen kulturhistorischen Wert haben könnte, wenn man daraus eine
elektrifizierte Museumsbahn machte. Das Provinzialmuseum in Gävle
erarbeitete eine Studie und bestätigte den kulturhistorischen Wert
der Bahn. Wir präsentierten einen neuen Vorschlag zur Wiederaufnahme
des Verkehrs und arbeiten nun mit ganzer Kraft für diese neue
Version.
Wir rechnen damit, die Bahn in den nächsten Jahren soweit rüsten
zu können, um den Verkehr auf einem Teilstück mit Ausgangspunkt von
Delsbo zu betreiben.
Unter 2001 beabsichtigen wir eine Eisenbahnwoche mit
internationaler Teilnahme zu veranstalten.
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